100Ober-Brett-Faktor

Aufbauzeit

Platzbedarf

Kommunikation

Spieler
1-4

Spieldauer
45 - 90

Alter
12+

EXIT

Ein Escape Room Spiel von Inka und Markus Brand

Erschienen in der deutschen Version im KOSMOS Verlag

Ich kann es drehen und wenden wie ich will - es macht einfach keinen Sinn. Das letzte Teil passt nicht zu den anderen! Der kurze Moment der Frustration schwenkt spontan um in grenzenlose Euphorie, als uns schlagartig klar wird, dass wir das große Ganze sehen müssen. Die letzten Meter zum Ausgang waren dann ein Kinderspiel... Gemeinsam entkommen!

Die EXIT Spiele von KOSMOS stellen inzwischen eine ganze Reihe mit mehreren Abenteuern dar. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Szenarien von Ihrem Schwierigkeitsgrad her. Mit der Auszeichnung zum Kennerspiel des Jahres 2017 wurde eine neue Einteilung nach Schwierigkeit (Level) eingeführt, welche sich direkt auf der Vorderseite der Packung befindet.

Bisher erschienen sind:

Ab Oktober gibt es Nachschub:

 

Wir betrachten hier die EXIT Reihe von KOSMOS im Allgemeinen und gehen nicht konkret auf ein einzelnes Abenteuer ein, daher sind in diesem Text keine relevanten Spoiler enthalten. Keine Sorge - alles gut!

Die einzelnen Abenteuer der EXIT Reihe von KOSMOS kommen in kleinen Schachteln daher und sind vom Setting her sehr thematisch ausgearbeitet. So finden wir neben dem geheimen Labor, verlassene Hütten, düstere Burgen oder andere mystische oder verschollene Orte zum Erforschen und rätseln.

Das Material der Boxen die wir bisher gemeistert haben, war vom Inhalt recht ähnlich. Aber das ist in keiner weise negativ zu sehen und in vielen Fällen sogar eine Täuschung... 

Neben den Rätselkarten, gibt es immer auch eine Reihe von Hilfekarten, welche bereit liegen um uns aus gefühlt ausweglosen Situationen zu führen. Zentrales Element ist eine Codescheibe bestehend aus mehreren drehbaren Ringen, welche notwenig ist um zu überprüfen ob wir die richtige Lösung für das jeweilige Rätsel herausgefunden haben.

Ein kleines Heft präsentiert uns – z.B. in Form eines alten Tagebuchs – allerhand Notizen, Abbildungen und Texte - das Wenigste davon gibt Anfangs einen Sinn.

Je nach Abenteuer kann sich weiteres Material in der Schachtel befinden. Es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass die EXIT Reihe nicht sehr zimperlich mit ihrem Material umgeht. Was an anderer Stelle das Gamer-Herz bluten lässt, gehört hier zum guten Ton. Es wird geschnitten, geknickt, beschriftet oder zerrissen - alles im Sinne des Fortschritts.

Fakten & Spielstart

KOSMOS stellt eine eigene App als Unterstützung zur Verfügung, welche das Spiel mit einem thematischen Ambient-Sound aufwertet und zusätzlich als Stoppuhr fungiert. Die App kann kostenlos in den jeweiligen App-Stores heruntergeladen werden.

Mehr Infos zu der "Erklär-App" findet Ihr auf der Website von KOSMOS.

Wenn sich alle Spieler versammelt haben und Zettel, Stifte, Schere und Nervennahrung bereit liegen, dann kann es losgehen. Zu Einstimmung und für die Zeitmessung sei die verlagseigene App (s.o.) empfohlen.

Danach werden alle Rätselkarten als Stapel und die Hilfekarten sortiert nach Symbol bereitgelegt. Das Hilfesystem funktioniert wirklich gut, sodass man zuerst mehrere Tipps erhalten kann bevor man die Lösung erfährt.

Als nächstes wird das Startmaterial - in der Regel das Heft und Codescheibe - in die Mitte gelegt, die Einleitung vorgelesen, der Timer* gestartet und dann kann es auch schon losgehen. 

* Der Timer untermalt das Spiel mit thematischen Geräuschen und fungiert schonungslos als Sanduhr, um später die eigene Wertung zu ermitteln.

Spielziel

Ziel des Spiel ist es - gemeinsam als Team - aus dem Raum zu entkommen. Dabei liegt der Weg völlig im Dunkeln und es müssen einige Rätsel gelöst werden, bis das Spiel selbst das Entkommen bekannt gibt. Alle Spieler sind zu jeder Zeit beteiligt. Es gibt keine Runden und alle können zu den einzelnen Lösungen etwas beitragen.

So wird gespielt

Am Anfang erhält man in der Regel schon eine oder mehrere Karten aus dem Rätselstapel. Gemeinsam mit dem Heft und eventuell weiterem Material müssen sich die Spieler nach und nach die Rätsel erschließen. Dabei ist Funktion bzw. Lösungsweg der jeweiligen Rätsel nur selten auf Anhieb klar. Alle Spieler rätseln zusammen – es gibt weder eine Reihenfolge noch bestimmte Aktionen.

Als Spieleranzahl haben sich 2-4 Spieler also optimal erwiesen. Natürlich funktioniert das Spiel auch mit mehr oder weniger Spielern. Bei zu vielen kann leicht Langeweile aufkommen, weil man vielleicht gerade kein Zugriff auf das gewünschte Material hat oder mit seiner Idee nicht sofort zu Wort kommt. Alleine wiederum fehlt der Austausch mit anderen Spielern, was eventuell schneller zu Frustration führen kann, wenn man keine weiteren Idee mehr hat und das Rätsel nicht zu lösen vermag.

Die Hilfekarten leisten hier eine klasse Arbeit, unterstützen Sie doch ohne sofort die Lösung zu verraten. Oftmals macht es Sinn, sich einfach einen Tipp zu holen und nicht eine weiter Stunde verbissen auf die Rätselkarte zu starren. Die verwendeten Hilfekarten haben wie bereits erwähnt am Ende Einfluss auf das Ergebnis – in Form von verdienten Sternen*.

So hangeln sich die Spieler von Rätsel zu Rätsel, erhalten neue Rätselkarten oder Hinweise und schaffen es dann – im Idealfall – aus dem Raum bzw. von dem Ort des Geschehens zu entkommen.

*Unser Ergebnis am Beispiel "Die Grabkammer des Pharao": 108 Minuten, 1 Hilfekarte, Wertung 5 Sterne

Das sagt der Leif dazu...

„Wer Rätsel mag, wird die EXIT Spiele lieben. Selten hat gemeinsames rätseln so viel Spaß gemacht und gleichzeitig für Adrenalin und Euphorie gesorgt. “

Die einzelnen Abenteuer konnten immer wieder mit neuen Elementen überraschen und nicht selten haben wir ein Rätsel mit einem lauten "Wow. Wie krass..." gelöst. Es ist erstaunlich auf welche Ideen die Autoren teilweise gekommen sind. Manchmal muss mal ziemlich um die Ecke decken oder das Material kreativer als sonst einsetzen. Nur selten hatten wir (bisher) Rätsel wo wir im Nachhinein die Lösung nicht nachvollziehbar fanden.

Das schöne bei den EXIT Spielen ist, dass der Einzelne seinen individuellen Beitrag leistet. Es ist nicht so, dass immer alle Spieler die gleiche Präsenz haben müssen. So kann auch der ruhige Spieler spontan das Rätsel durchschauen und die Lösung zum Erstaunen der anderen in den Raum rufen, als wäre es nichts Besonderes.

Was man allerdings vermeiden sollte – leider vergessen wir das immer wieder – ist, zu spät mit dem Spiel anzufangen. Kommt die Nacht, kommt schnell auch die Müdigkeit – zumindest bei uns. Dann wurde das herausfinden der Lösungen teilweise recht mühsam und hat uns dann auch oft den Schnitt versaut... ;-)

Noch eine Sache zum Preis der Spiele:
Der ein oder andere mag im ersten Moment denken, dass 12,- EUR für ein Spiel, welches man nur einmal spielen kann ganz schön teuer ist. Natürlich kann man diese Spiele nur einmal spielen, aber sieht man den Unterhaltungswert eines Spiels mit 1-2 Stunden für 2-4 Spieler, so kommt man für kleines Geld wirklich auf seine Kosten. Also am Besten das Spiel gemeinsam als Gruppe kaufen – Kino ist teurer...

Viel Spaß beim Rätseln.
Der Leif

 

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