Black Hammer

Vergessene Helden

Black Hammer: Vergessene Helden - Der erste Band einer Geschichte von Superhelden, die so gar nicht in das Bild der klassischen Superhelden zu passen scheinen.

Der erste Band der Reihe "Vergessene Helden" kommt mit über 180 Seiten daher und präsentiert sich im Bookformat bereits mit seinem tollen Cover sehr ansprechend. Dabei zeigt sich der der Hardcover-Band vom Splitter Verlag in der gewohnt hohen Qualität.

Das Cover – ich muss mich leider wiederholen – ist wirklich gelungen und zieht wo auch immer ich den Comic habe liegen lassen, alle Blicke auf sich.

Doch worum geht es bei Black Hammer?

Jeff Lemire erzählt die Geschichte einer auf den ersten Blick sehr merkwürdigen Gruppe von Superhelden. Dabei fängt die Erzählung geradezu alltäglich an und beschreibt das Tagwerk des vermeintlichen Farmers Abraham Slade. Die ersten Seiten werfen direkt Fragen in den Raum und der geneigte Leser fragt sich, was Abraham wohl widerfahren ist und was ihn an diesen Ort geführt hat. Nichts vermittelt den Eindruck als würde es sich hierbei um einen Superhelden handeln. Erst als das junge Mädchen Gail vorgestellt wird, zweimal ein genervtes "F**** Dich" herausschmettert und dann davonfliegt, denkt man sich "Ok, so ganz normal sind die wohl doch nicht".

Black Hammer - © Splitter VerlagKurz darauf werden auch die anderen Mitglieder dieser sonderbaren "Familie" vorgestellt und man erkennt schnell, dass diese weit davon entfernt sind auch nur im Ansatz gewöhnlich zu sein. Die Gruppe wirkt auf den ersten Blick fast schon ein wenig unheimlich und strange und deckt sich nur ansatzweise mit dem klassischen Bild von Superhelden.

Dass die einzelnen Figuren beinahe depressiv erscheinen und sich in Ihrer Lage sichtlich unwohl fühlen wirft weitere Fragen auf. Wie sind sie in diese Lage gekommen und warum können sie sich augenscheinlich nicht ausstehen?

Der Klappentext hat es bereits angedeutet. Die einstigen Helden sind aus Ihrer Stadt namens "Spiral City" durch eine Katastrophe in eine andere Dimension geschleudert worden und versuchen mit dieser neuen Situation zurecht zu kommen!

Viele Jahre gereift...

Über 10 Jahre reifte Jeff Lemires Version der Superhelden, bis sie zu Dem wurde was wir heute in Händen halten können. Hierzu sei auf jedem Fall der umfangreiche Anhang mit Hintergrundinformationen und frühen Skizzen empfohlen. Sehr interessantes Beiwerk – so etwas mag ich sehr!

Black Hammer - © Splitter VerlagDen ersten Band habe ich wirklich verschlungen – wobei ich mich jetzt nicht unbedingt für Superhelden-Comics interessiere. Das ist mir in der Regel alles zu ähnlich. Im Grunde haben die ganzen Superhelden nur ein anderes Cape an und unterschiedliche Superkräfte, dann wird noch schnell ein Erzbösewicht generiert und fertig. Das ist jetzt natürlich hemmungslos übertrieben.

Trotzdem zeichnet Black Hammer ein Superhelden-Bild welches irgendwie anders ist. Die Figuren wirken am Anfang recht genervt, geradezu unglücklich und bewegen sich zwischen Resignation und Ungeduld. Als Leser will man unbedingt den Hintergrund des Ganzen erfahren. Dies wird unter anderem durch die zahlreichen Zeitsprünge erreicht, welche die Charaktere nach und nach im Detail einführen und eine erste Bindung zu Ihnen aufbauen lassen.

Zeichnungen und Texte gefallen mir wirklich gut und die Wahl der Farben unterstreicht die Atmosphäre gelungen. Die einzelnen Szenen wirken teilweise bedrückend und beklemmend und machen aus der "gestrandeten Familie" eine glaubhafte Ansammlung sonderlicher Superhelden, über die ich unbedingt mehr erfahren möchte...

 

Das sagt der Leif dazu...

„Black Hammer ist wirklich der Hammer. DIE Superhelden-Geschichte fernab von Supermann & Co. Ich habe den ersten Band verschlungen und bin echt begeistert. Die Cover der einzelnen Ausgaben sind wirklich genial. Black Hammer sollte man sich anschauen wenn man Superhelden auch nur im Ansatz "nett" findet...“

Ich finde der Comic hat wirklich eine schöne Spannungskurve und nach den ca.150 Seiten will man eigentlich direkt weiterlesen. Ich weiß nicht wann ich das letzte mal einen Superheldencomic gelesen habe. Vielleicht Watchmen – aber das ist auch schon lange her.
Zum Glück hat mir der Splitter Verlag freundlicherweise den zweiten Band zur Verfügung gestellt. Den werde ich jetzt schön auf der Terrasse genießen. Mal schauen ob die Spannung gehalten wird und "Das Ereignis" – wie der zweite Band heißt – mehr Fragen beantwortet, als er neue aufwirft. Ich sag' Euch Bescheid... ;-)