Die drei Geister von Tesla

Band 1: Das štokavische Geheimnis

Der Beginn der Geschichte, welche von Marazano und Guilhem im Stil der 40er Jahre erzählt wird, wirft uns völlig unvermittelt in eine dunkle Gasse im Herzen von Manhattan im Winter 1941.

Schnell wird deutlich, dass in in der Stadt irgendetwas Seltsames vor sich geht, denn diese mechanisch, fast steampunkartig anmutenden Apparaturen wollen nicht so recht in das Bild der Stadt passen...

Die drei Geister von Tesla ist eine Science-Fiction Geschichte – auf mehrere Bände ausgelegt – welche von dem namensgebenden Nikola Tesla und dessen Erfindungen, sowie dem jungen Travis als Hauptprotagonisten erzählt.

Travis ist gerade mit seiner Mutter – welche auf der Suche nach Arbeit ist – in Manhattan angekommen. Bedingt durch die Berufstätigkeit der Mutter ist der Junge tagsüber alleine in der Wohnung. Ihre Bitte, die Wohnung tagsüber erst einmal nicht zu verlassen, wird schnell aus Langeweile ignoriert. Und so macht Travis kurz darauf Bekanntschaft mit einer kleiner Gruppe Jugendlicher aus der Nachbarschaft.

Alles im Sinne der Wissenschaft

Eine Mutprobe führt Travis zu einem sehr unheimlichen alten Mann, der im gleichen Haus wohnt wie er. Die Bande der Jugendlichen hat großen Respekt vor dem Alten, wenn nicht sogar Angst... 

Seine Neugier und sein Interesse für die Wissenschaft führen Travis schon bald in ein Abenteuer, dessen Tragweite sich Anfangs nur erahnen lässt. Während ein Krieg praktisch vor der Tür zu lauern scheint und die offiziellen Stellen schweigen, verneinen oder vertuschen, stolpert er mitten hinein in das Spiel der unheimlichen Mächte.

Von Goldlack und vergilbten Seiten

Was mich sofort in den Bann gezogen hatte, war unter anderem das Cover des Comic Albums. Die an die 40er Jahre angelehnten Illustrationen, Art Déco Schriften* und der Goldlack auf dem Hardcover-Titel haben dem dem Ganzen einen zugleich hochwertigen wie geheimnisvollen Touch verliehen.

Faszinierend hierbei ist zum Beispiel auch der Gegensatz des Covers zu den Umschlag-Innenseiten, welche fast schon vergilbt wirken, alte Zeitungsseiten imitieren und den Leser sofort in die Zeit von damals hinüberziehen. Diese Zeitungsseiten haben aber nicht nur optischen Charakter, sondern verbergen auch viele zusätzliche Informationen für den interessierten Leser. So hat man fast schon das Gefühl, selbst weitere Nachforschungen anzustellen und sich selbst einzelne Details der Hintergrundgeschichte zu erarbeiten – ein schönes Erlebnis.

Generell wirken die Zeichnungen vom Stil her sehr an die damalige Zeit angelehnt. Mit ihrem dunklen Setting und dem ausgeprägten Spiel mit den Schatten wird eine düstere Stimmung geschaffen, welche sich durch den kompletten ersten Band zieht. Unterstützt wird dies zusätzlich durch die mechanischen Geräte, welche so auch einem Steampunk-Universum entsprungen sein könnten.

Dieses Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom SPLITTER Verlag zur Verfügung gestellt.

* In der Ära der Dreißiger machte sich in der Werbung sowie in der Plakatkunst der Einfluss des Art Déco immer stärker bemerkbar. Der Art Déco griff das Dekorative, Ornamentale des Jugendstils auf und schuf auf der Grundlage konstruktivisch-geometrischer Gestaltungselemente einen ebenso gefälligen wie mondänen, modern wirkenden Gestaltungstil. Auch im Bereich der Werbeschriften war sein Einfluss unübersehbar. (Quelle: Wikipedia)

Das sagt der Leif dazu...

„Die drei Geister von Tesla sind düster und spannend erzählt und ich bin froh, dass die Geschichte auf mehrere Bände ausgelegt ist, um dem Ganzen Raum zur Entfaltung und Entwicklung zu geben. Denn das hat die Erzählung auf jeden Fall verdient.“

Der Comic hat wirklich ein grandioses Cover – das würde ich mir direkt als Poster aufhängen. Und im fahlen Schein meiner Lampe würde ich den nächsten Band verschlingen (wenn es ihn doch nur schon geben würde) und dann den nächsten...

Die drei Geister von Tesla ist eine schöne und spannend erzählte Geschichte in einem Setting, welches mich besonders anspricht. Guilhem und Marazano gelingt es sehr gut den Leser zu fesseln und die damalige (fiktive) Zeit vor seinem inneren Auge real werden zu lassen. Verstärkt wird dieses Gefühl auch durch die bereits oben erwähnten Zeitungsartikel.

Jetzt sitze ich hier und frage mich, was das für Leute sind! Und was in Gottes Namen sind das für mysteriöse Lichter im East River?
Spannend. Gut. Lesen.

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